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Zahl der von Wölfen gerissenen Schafe gesunken
Fünf Rudel leben im sächsischen Teil der Lausitz
Rietschen (ddp-lsc). In Sachsen sind im vergangenen Jahr deutlich weniger Schafe von Wölfen gerissen worden als im Jahr zuvor. Insgesamt seien 21 tote Schafe und ein verletztes Tier registriert worden, teilte das Kontaktbüro "Wolfsregion Lausitz" am Montag in Rietschen mit. 2008 seien noch 56 Schafe von Wölfen gerissen und vier Tiere verletzt worden.
Die Zahl der Wolfsrudel in Sachsen habe sich dagegen nicht verändert. Die Höhe der Verluste bei Nutztieren hänge auch von der Anwendung von Herdenschutzmaßnahmen ab, hieß es. In einigen Regionen lebten bereits seit zehn Jahren Wölfe, so dass sich viele Schafhalter darauf eingestellt hätten.
In der Lausitz sind derzeit sechs Wolfsfamilien und ein welpenloses Wolfspaar nachgewiesen. Das gesamte Wolfsgebiet erstreckt sich über rund 2500 Quadratkilometer vom Nordosten Sachsens bis nach Süd-Brandenburg.
Fünf Wolfsfamilien leben im sächsischen Teil der Lausitz. Dazu gehören das Daubitzer Rudel, das Nochtener Rudel, das Milkeler Rudel, das Daubaner Rudel und das Seenland Rudel. Das Milkeler Rudel habe sein Territorium im vergangenen Jahr nach Norden in die Neustädter Heide verlagert, teilte das Kontaktbüro weiter mit. Der Verbleib des Neustädter Elternpaares sei unbekannt. Möglich ist, dass es in der Region Elsterheide Welpen aufgezogen habe.
(ddp)
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Schweden
05. Jänner 2010, 19:06
Nach nur vier Tagen wurden in Schweden 27 Wölfen erlegt.
In weniger als vier Tagen 27 Wölfe erlegt - Scharfe Kritik von Umweltschützern
Stockholm - Die erste offiziell erlaubte Wolfsjagd in Schweden seit 1964 ist nach weniger als vier Tagen bereits wieder vorbei. Alle 27 freigegebenen Wölfe sind erlegt worden. Die Jagd war eigentlich bis Mitte Februar angesetzt, mit zwei am Dienstagnachmittag im Zentrum des Landes erschossenen Tieren war die Obergrenze von 27 Wölfen jedoch erreicht. Umweltschützer kritisierten, dass die Jagd vielerorts zu schnell gegangen sei.
Kritik an Koordination
Zudem seien mehrere Tiere zunächst verletzt und dann erst erlegt worden, sagte Stig-Aake Svenson, Leiter der Umweltbehörde in der Region Dalarna, einer der fünf von der Jagd betroffenen Regionen. Auch die Koordinierung der Jagd habe nicht funktioniert.
Die von der Umweltschutzbehörde des Landes freigegebene Jagd stützte sich auf ein Votum des Parlaments, das im Oktober beschlossen hatte, den Wolfsbestand in den kommenden fünf Jahren auf 210 Tiere und 20 Rudel zu begrenzen. Weil Haus- und Zuchttiere in Schweden immer wieder von Wölfen gerissen und die Wölfe in größeren Städten und Vororten von Stockholm gesichtet werden, sind die Tiere in dem skandinavischen Land äußerst umstritten. (red/APA)
Wolfsjagd wieder freigegeben
20 Wölfe in Schweden erlegt
Tiere erstmals seit 45 Jahren zum Abschuss freigegeben - Population hat die Grenze dessen erreicht, was akzeptiert wird
Stockholm - Bei der ersten offiziell erlaubten Wolfsjagd seit Jahrzehnten sind in Schweden am Samstag 20 Wölfe erlegt worden. Das meldete die schwedische Presse, nachdem die Umweltschutzbehörde des Landes die Tiere erstmals seit 45 Jahren zum Abschuss freigegeben hatte.
Bis zum 15. Februar dürfen insgesamt 27 Wölfe getötet werden, das sind knapp zehn Prozent des Gesamtbestandes. Das Parlament hatte im Oktober beschlossen, den Wolfsbestand in den kommenden fünf Jahren auf 210 Tiere und 20 Rudel zu begrenzen und dafür Jagdscheine auszugeben.
Hauptgrund für diese Entscheidung sei, die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen, indem die Zahl der Wölfe klein gehalten werde, sagte Susanna Löfren, Leiterin der Abteilung Wildtiere in der Umweltschutzbehörde. Weil Haus- und Zuchttiere in Schweden immer wieder von Wölfen gerissen und die Wölfe sogar in größeren Städten und selbst in Vororten der Hauptstadt Stockholm gesichtet werden, sind die Tiere in dem skandinavischen Land äußerst umstritten. In den 70er Jahren waren Wölfe in Schweden praktisch von der Bildfläche verschwunden, nach und nach wurden sie jedoch wieder heimisch. (APA/AFP)
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Erstmals seit 45 Jahren wieder Jagd auf Wölfe in Schweden
2. Januar 2010, 14:43, NZZ Online
(ap) Schweden erlaubt zum ersten Mal seit fast 45 Jahren wieder die Jagd auf Wölfe. Seit Samstag dürfen rund vier Wochen lang insgesamt 27 Tiere geschossen werden. Das Parlament hat entschieden, die Population so bei weniger als 210 Exemplaren zu halten, wie eine Sprecherin der Umweltschutzbehörde mitteilte.
Die Jagd auf Wölfe wurde in Schweden 1965/1966 verboten, als die Tiere fast ausgestorben waren. Inzwischen leben Schätzungen zufolge zwischen 182 und 217 Wölfe in dem skandinavischen Land.
20.12.2009 | Brandenburg
Auf den Spuren der Brandenburger Wölfe
Im Mittelpunkt von „Wolf & Mensch – auf Spurensuche in Brandenburg“ im Elbe-Elster-Land/ Bad Liebenwerda/ Kreismuseum steht bis März 2010 die Rückkehr des Wildtieres, das die Menschen seit jeher beschäftigt. Das beweisen viele Sagen, Märchen und Ortsnamen. Wölfe sind in Deutschland seit knapp zehn Jahren wieder heimisch und Fachleute gehen davon aus, dass es mittlerweile acht „Brandenburger“ Wölfe gibt. Sie leben fast alle auf militärischen Übungsplätzen und in ehemaligen Tagebauen in der Lausitz. Im Sommer 2009 wurden erstmals in Brandenburg wieder Welpen gesichtet. Bis zu 18 Tiere streifen außerdem ohne festes Revier durch Flur und Wälder.
In der Ausstellung wird das Mit- und Gegeneinander von Wolf und Mensch seit Beginn der Menschheitsgeschichte beleuchtet. Alte Mythen werden aufgegriffen und Geschichten erzählt. Tafeln schildern die Jagd auf Wölfe. Vorträge zu Wölfen in der Lausitz und in Russland, zur Jagdgeschichte in Brandenburg oder einfach nur Wolfsgeschichten ergänzen die Ausstellung. Für Kinder und Schulklassen werden spezielle Mit-mach-Nachmittage angeboten.
Das Kreismuseum befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Burg- und Schlossanlage Bad Liebenwerda in unmittelbarer Nachbarschaft zum Lubwartturm. Öffnungszeiten: mittwochs bis freitags von 14 bis 17 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 10 bis 12 und von 14 bis 17.30 Uhr. Infostelle/ Buchung: www.elbe-elster-land.de. (TMB Tourismus Marketing Brandenburg GmbH)
Signale von Lausitzer Wolf verstummt
Der elektronische Funkkontakt zu einem aus der Lausitz stammenden Wolf ist in Weißrußland abgebrochen.
Nach Angaben von Naturschützern sind von dessen Peilsendegerät keine GPS-Signale mehr zu empfangen. Der Rüde Alan hatte sich zuletzt im Grenzgebiet zwischen Weißrussland und
Litauen aufgehalten, wie das Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz am Freitag mitteilte.
Vor einigen Wochen sei der Sender dann ausgefallen. Ob es sich um einen technischen Defekt handelte oder ob der Wolf getötet wurde, sei nicht bekannt.
Alan hatte Ende April sein Elternterritorium des Nochtener Rudels verlassen und zunächst in zwei Monaten Polen durchquert. Von April bis Oktober hatte der Wolf mehr als 1500 Kilometer zurückgelegt und war zuletzt 800 Kilometer Luftlinie von seinem Elternrudel entfernt.
Stand vom 18.12.2009
Der Wolf wandert weiter
17.12.2009 Rhein-Main/Hessen
Hemeln. Der in den nordhessischen Reinhardswald zugewanderte Wolf hat die Weserseite gewechselt und streift jetzt auch durch den Bramwald in Südniedersachsen. Das Tier sei zweimal von zuverlässigen Augenzeugen beobachtet worden, sagte der Leiter des Forstamtes in Hemeln, Thomas Schmidt-Langenhorst. Zuletzt sei der Wolf in der Nähe von Bursfelde gesehen worden. Bei Hemeln habe er ein Schaf gerissen.
Die Weser sei für das Raubtier kein Hindernis. «Wölfe können gut schwimmen», sagte Schmidt-Langenhorst. Auf diese Weise sei das Tier wiederholt auch in den Solling gelangt. Am Wildgatter in Neuhaus, in dem Wölfe in Gefangenschaft leben, sei der freilebende Artgenosse mehrfach aufgetaucht. Ende vergangenen Jahres hatte ein Wolf im Solling mehrere Schafe gerissen.
Der Wolf war im Frühjahr 2008 erstmals im Reinhardswald aufgetaucht, einem weitgehend menschenleeren und wildreichen Waldgebiet nördlich von Kassel. Fachleute vermuten, dass er aus dem Osten zugewandert ist. Mehrere Wolfsrudel leben im Grenzgebiet von Westpolen und Sachsen und haben dort auch Nachwuchs aufgezogen. Jungtiere müssen sich Reviere suchen und dringen deshalb weiter nach Westen vor. lhe lhe
Sachsen
Erneut Wolf überfahren
Gegenmaßnahmen geplant - Rudel hatte in diesem Jahr «ziemlichen Aderlass» - Bundesstraße geht direkt durch das Kerngebiet
erstellt 14.12.09
Boxberg/Dresden/dpa. Auf der Bundesstraße 156 in der Lausitz ist in diesem Jahr der vierte Wolf überfahren worden. Das Tier sei am Sonntag vom Wagen einer 42 Jahre alten Fahrerin erfasst und getötet worden, teilte die Polizei am Montag in Görlitz mit. Das in der Gegend lebende Nochtener Rudel habe damit in diesem Jahr «einen ziemlichen Aderlass» gehabt, sagte die Biologin Ilka Reinhardt vom wildbiologischen Büro Lupus in Spreewitz (Landkreis Bautzen). Neben den vier auf der Straße getöteten Wölfen wurde 2009 einer von einem Zug überfahren und ein weiterer illegal geschossen. Nun soll unter anderem mit Tunnels und Wildzäunen gezielt gegengesteuert werden.
«Das Rudel ist ein Sonderfall. Die Bundesstraße geht mitten durch sein Kerngebiet», erklärte Reinhardt. Das Nochtener Areal sei unter anderem wichtig für die Aufzucht der Welpen. Alle dort in diesem Jahr getöteten Tiere seien Welpen von 2009 oder 2008 gewesen, fügte sie hinzu. Andere Rudel seien von solchen Unfällen wenig bis gar nicht betroffen. In der Lausitz leben auf sächsischem und brandenburgischem Territorium sechs Wolfsrudel und ein kinderloses Wolfspaar. Schätzungen gehen von etwa 40 bis 45 Tieren allein in Sachsen aus. Es ist die größte Wolfspopulation Deutschlands.
An der B 156 sollen nun Schutzmaßnahmen ergriffen werden. «Den größten Nutzen versprechen wir uns vom Aufstellen von Wildzäunen und speziellen Tunnels», sagte der Sprecher des Umweltministeriums, Andreas Kunze. Auch die Verbreiterung der Schneisen zwischen Wald und Straße werde erwogen, damit die Autofahrer die Tiere eher sehen. Kunze verwies ferner auf ein Testprojekt in Brandenburg, wo das Wild über Bewegungsmelder Blinklichter auslöst, die den Fahrern die Gefahr signalisieren. Im kommenden Jahr sollen erste Vorhaben umgesetzt werden, über eine eventuelle finanzielle Förderung werde beraten.
«Wir sehen dringenden Handlungsbedarf», sagte Kunze. Dabei gehe es aber nicht nur um die Wölfe. Fast jeder fünfte Unfall im dortigen Landkreis Görlitz sei ein Wildunfall. Allein auf dem zwölf Kilometer langen Teilstück der B 156 zwischen Weißwasser und Boxberg gab es von 2004 bis einschließlich September 2009 einer Erhebung zufolge 150 Unfälle mit Wild.
Reinhardt sprach trotzdem von einem positiven Trend bei der Ansiedlung der Wölfe. Auch die sogenannte Hybridisierung sei wegen der wachsenden Zahl der Wolfsfamilien kein Problem mehr, sagte sie. Vor etwa sechs Jahren wurden Befürchtungen laut, dass bei der Fortpflanzung der Wölfe auch freilaufende Hunde eine Rolle spielen könnten. Das sei nicht mehr der Fall, bilanzierte Reinhardt. Sie verwies zudem auf die Entwicklung in Sachsen-Anhalt. Nachdem der Rüde eines Wolfspaares im Jerichower Land im Sommer bei einer Jagd illegal getötet worden war, habe die Wölfin die Welpen offenbar erfolgreich allein aufgezogen.
Schweiz
Bundesrat will mehr Wolfabschüsse
Erstellt R.N. Nov 6th, 2009
Der Bundesrat will den Schutz des Wolfes verringern und den Kantonen mehr Kompetenzen einräumen bei der Regulierung von geschützten Tierarten. Jetzt nimmt der WWF Schweiz dazu Stellung.
“Der Bundesrat hat mit seinem Entscheiden zum Wolf keine Probleme gelöst, sondern vorab dem Druck der Schafhalter nachgegeben”, sagt Kurt Eichenberger vom WWF Schweiz. Die Naturschutzorganisation kritisiert die Absicht des Bundes, den Schutzstatus des Wolfes von “streng geschützt” auf “geschützt” zu verringern – und den Kantonen mehr Kompetenzen einzuräumen, Wölfe abzuschiessen. “Die Schweiz schiesst heute schon in Europa im Vergleich zum Bestand am meisten Wölfe ab. Und nun will der Bund noch den Wolfsschutz aufweichen. Dabei wäre es Aufgabe der Behörden, jetzt endlich für einen ausreichenden Herdenschutz zu sorgen”, fordert Eichenberger.
Immerhin stelle sich der Bund hinter die Berner Konvention. Ein Abkommen von 46 Staaten und der EU, das den Wolf und andere Wildtiere schützt. Die Schweiz hat schon zweimal vergeblich versucht, den Schutzstatus des Wolfes zu verringern. Sie ist mit diesem Anliegen bei den Mitgliedsstaaten der Berner Konvention aber nicht durchgedrungen.
29.10.2009 - Neun gerissene Schafe in Tirol: Wolf im Verdacht
Nachdem in Imsterberg (Bezirk Imst) in der Nacht auf Dienstag neun gerissene Schafe entdeckt wurden, steht jetzt unter anderem auch ein Wolf als Übeltäter im Verdacht.
Die Tiere wurden mit Biss-Spuren an Hals, Rücken und Bauch aufgefunden. Diese dürften von einem großen Hund wie beispielsweise einem Bernhardiner stammen. Der hinzugezogene Amtstierarzt schloss aber laut Polizei auch einen Wolf nicht aus. Eine Speichelprobe soll Klarheit bringen.
Die toten Schafe wurden nur wenige Kilometer vom Ort entfernt auf einer Höhe von rund 1.300 Metern entdeckt. Die Herde bestand insgesamt aus 22 Tieren, neben den neun, die getötet wurden, wurde noch nach vier weitern gesucht.
Die Causa rief am Donnerstag auch die Kollegen aus dem benachbarten Bayern auf den Plan. Triebe tatsächlich ein Wolf sein Unwesen im bayerischen Grenzgebiet, würde das Umweltministerium die Betroffenen unterstützen, teilte der Bayerische Bärenbeauftragte Manfred Wölfl am Donnerstag in München mit. Sobald Schäden in Bayern gemeldet würden, könne man über präventive Maßnahmen wie Umzäunungen beraten.
Wölfl will mit den österreichischen Behörden in Kontakt bleiben und den Fortgang der Untersuchungen verfolgen. Auch in Imsterberg wolle man zunächst die Ergebnisse abwarten, hieß es. Sobald klar sei, um was für ein Tier es sich handelt, will Bürgermeister Alois Thurner mit Experten über weitere Maßnahmen beraten.
Die Bauern der umliegenden Höfe hätten ihre Schafe in die Ställe geholt und man beobachte die Region genau, hieß es. Unruhe in der Bevölkerung gebe es aber nicht, da Menschen nicht in Gefahr seien.
apa
- Wölfe in der Lausitz
ddp
Berlin (ddp-lbg). Der Naturschutzbund (NABU) beginnt am Donnerstag 29.10.2009 in Berlin seine jährliche Winterveranstaltungsreihe mit einem Vortrag über Wölfe in der Lausitz. In der Zentral- und Landesbibliothek referiert Wolfsexperte Stephan Kaasche über die Rückkehr der Wölfe und zeigt Fotos der scheuen Tiere, wie der NABU in Berlin mitteilte. Die Veranstaltungsreihe umfasst den Angaben zufolge sechs Vorträge über die Wintermonate, die sich mit der Flora und Fauna in Berlin sowie Brandenburg beschäftigen.
Wildtier-Konzept im Land
Warten auf den Wolf
StZ, veröffentlicht am 28.09.2009Karlsruhe/Freiburg - Der deutsche Südwesten könnte bald Wolfs Revier werden. Ob im Schwarzwald, am Ober- und Hochrhein oder auf der Schwäbischen Alb: das Raubtier auf vier Pfoten könnte hier heimisch werden. "Baden-Württemberg ist Wolfserwartungsland", sagt Michael Hug, Wildtierexperte des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) in Stuttgart. Der Wolf könnte aus der Schweiz oder aus Frankreich, aber auch aus dem Nordosten einwandern. Denn rund um Baden-Württemberg ist das streng geschützte Raubtier schon wieder heimisch.
Damit Behörden und Verbände nicht unvorbereitet sind, brütet eine Projektgruppe seit rund einem Jahr über ein Konzept für den Umgang mit dem ersten Wolf im Land. Naturschützer, Landwirte, Jäger und Mitarbeiter von Behörden arbeiten bei dem Vorhaben Hand in Hand. Zum Ende des Jahres soll der Handlungsleitfaden fertig sein. Das Papier soll eine Art Checkliste für den erwarteten Fall der Fälle sein: Kontaktdaten von Fachleuten, Ansprechpartner in den Behörden und die Frage der Entschädigung werden festgehalten.
"Der erste Hinweis auf den Wolf werden wohl ein paar gerissene Schafe sein", sagt Ludwig Müller, Artenschutzreferent bei der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) in Karlsruhe. Bei fünf toten Tieren liege der Schaden bereits deutlich höher als 1000 Euro. Die auf freiwilliger Basis zugesicherte Entschädigung für Landwirte und andere Tierbesitzer, da sind sich die Fachleute einig, würde die Akzeptanz für das seltene Raubtier unter Schäfern und Bauern deutlich steigern. "Derzeit schwebt uns eine Fondslösung vor", berichtet Müller. In den Topf könnten die am Projekt beteiligten Verbände einzahlen, einen weiteren Teil würde das Land beisteuern. "Für den Luchs haben wir eine solche Regelung schon, daran könnten wir uns auch beim Wolf orientieren", erläutert der Verwaltungsmann.
Werbung für den Wolf
Forstdirektor Müller hat die fachliche Leitung der Runde inne. Das fertige Konzept soll von Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) zum Jahreswechsel abgesegnet und für verbindlich erklärt werden. Bei ihrer Arbeit müssen die Projektmitglieder das Rad freilich nicht neu erfinden: In Bayern waren die Ämter von Bär Bruno 2006 überrascht worden. Umso gründlicher machte sich der Freistaat nach dem Vorfall ans Werk und hat nun Konzepte für den Umgang mit den drei großen "Beutegreifern" Luchs, Wolf und Bär. "Da können wir manches abkupfern", sagt Müller offen. Ausgearbeitet wird das Konzept in Freiburg: Wildtierökologe Felix Knauer von der Albert-Ludwigs-Universität gilt als Spezialist für Raubtiere.
Mit Sorge beobachten die Fachleute, dass viele Menschen Angst vor der Rückkehr der Wölfe haben. "Diese Emotionen kommen aus Märchen und Erzählungen, sie haben mit der Realität meist nichts zu tun", stellt Ludwig Müller klar. Mit Projekten wie "Willkommen Wolf" versucht der Naturschutzbund seit einigen Jahren für die Wölfe zu werben und den Menschen die Vorurteile zu nehmen. Rund 60 Wölfe leben bereits in Deutschland, Schwerpunkt ist die Lausitz in Sachsen.
Im Umgang mit den Wildtieren ist der Leitfaden jedoch nur ein erster Schritt auf dem Weg zu einem Managementplan für die Wolfspopulation. Sobald sich das Raubtier dauerhaft niederlässt, muss der Umgang mit "standorttreuen" Exemplaren festgelegt werden. Die dritte und letzte Stufe des Plans greift schließlich, wenn der Wolf auf baden-württembergischen Gelände Nachwuchs zeugt. Nabu-Wildtierexperte Hug jedenfalls kann es kaum erwarten, bis der Wolf auftaucht: "Ich bin total gespannt und freue mich sehr darauf."
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Wolfsspuren am Harzrand
Heiligenstadt/Erfurt/Bern. (tlz/tag/afp) Am Harzrand wurden jetzt Wolfs-Spuren gesichtet. Diese scheuen Tiere seien auf dem Vormarsch, erklärte Forstingenieur Christian Lux. Er ist im Nationalpark Harz tätig, und er fände es gut, würden einige Wölfe neuen Lebensraum in den hiesigen Wäldern finden.
Christian Lux aus Wieda weiß, dass eine Rückkehr der Wölfe bei vielen Menschen gemischte Gefühle auslöst. Während Naturschützer wie er eine Heimkehr als Bereicherung für die Natur im Mittelgebirge ansehen, machen sich andere ihre Gedanken. Der Rothesütter Jäger Heinz Brinkmann kann sich nicht für eine Ansiedlung eines Wolfs-Rudels begeistern. Seine Meinung: "Es gibt im Harz bereits zu viele Luchse". Er sieht die Situation kritisch und spitzt die Lage so zu: Nachdem sich auch die Waschbären binnen weniger Jahre ausgebreitet hätten, fehlten nur noch Braunbären... Für die Wölfe sieht Brinkmann im Harz keinerlei Lebensraum. "Kämen welche, müssten wir sie in den Wäldern respektieren", betont er aber. Wölfe zählen zu den streng geschützten Tierarten. Wohl ist ihm jedoch nicht bei dem Gedanken, dass sie die Rotwild-Kälber jagen.
Die am Harzrand aufgetauchten Wölfe kommen vermutlich aus dem Brandenburger Raum, so Forstingenieur Lux. Seiner Meinung nach könnten es Jungwölfe sein, die sich vom elterlichen Territorium abgewendet haben und auf der Suche nach eigenen Revieren sind.
Noch vor einigen Jahrzehnten waren Wölfe in Deutschland fast ausgestorben. Doch inzwischen gibt es im Osten, nahe der polnischen Grenze, wieder etwa 60freilebende Tiere, und auch in anderen Regionen Europas hat sich der Bestand des "canis lupus" deutlich verbessert. Allein in Italien und Spanien leben heute wieder gut 3000 wilde Wölfe. Zu verdanken ist dies nicht zuletzt der Berner Artenschutzkonvention des Europarats, die vor 30 Jahren zur Unterschrift ausgelegt wurde. In Deutschland trat der Text am 1. April 1985 in Kraft.
22.09.2009
Wolf reißt bei Preschen ein Schaf
Preschen Ein Wolf hat auf einer Weide bei Preschen (Spree-Neiße) ein Schaf gerissen. Das Schaf gehörte zu einer 14-köpfigen Herde. Der Wolf hatte vor einigen Tagen einen Elektrozaun vermutlich in einem Bereich überwunden, in dem ein Flatterband fehlte.
23.09.2009
Das teilte das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ im ostsächsischen Rietschen am Mittwoch mit. Das Tier gehöre wahrscheinlich zu dem Wolfspaar aus der Zschornoer Heide zwischen der Autobahn 15 bei Forst (Spree-Neiße) und dem ostsächsischen Bad Muskau, sagte die Projektleiterin Jana Schellenberg. Der Tierhalter solle entschädigt werden.
Wie Norbert Elsner von der Oberförsterei Kathlow (Spree-Neiße) erläuterte, deuten verschiedene Indizien darauf hin, dass das Schaf wirklich von einem Wolf gerissen wurde. „Das Schaf wurde durch einen Kehlbiss getötet, außerdem war es stark verzehrt und die Reste lagen weit verstreut auf der Wiese“, berichtete er. Am selben Tag hätten zudem Jäger in der Gegend zwei Wölfe entdeckt. „Ich selbst habe dort zwei Tage später Wolfsspuren gesehen“, bemerkte Elsner. Im Land Brandenburg seien in diesem Jahr bisher etwa sechs Schafe von Wölfen gerissen worden, und zwar im Süden und im Norden.
In der Lausitz leben nach Angaben des Kontaktbüros fünf Wolfsrudel und ein Wolfspaar, insgesamt 40 bis 45 Tiere. Darunter seien etwa 20 Welpen. Die geschützten Tiere seien vor allem auf dem sächsischen Truppenübungsplatz Oberlausitz, in der Gegend um die Kohletagebaue Nochten und Reichwalde sowie im Biospärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft heimisch.
16.09.2009
Experten bereiten Rückkehr des Wolfes vor
Von Daniel Borchardt
Karlsruhe - Der deutsche Südwesten könnte bald Wolfs Revier werden. Ob im Schwarzwald, am Ober- und Hochrhein oder auf der Schwäbischen Alb: Das Raubtier auf vier Pfoten könnte hier heimisch werden. „Baden-Württemberg ist Wolfserwartungsland“, sagt Michael Hug, Wildtierexperte des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) in Stuttgart: „Die erste Sichtung kann jederzeit kommen“. Der Wolf könnte aus der Schweiz oder aus Frankreich, aber auch aus dem Nordosten Baden-Württembergs einwandern. Denn rund um Baden-Württemberg ist das streng geschützte Raubtier schon wieder heimisch.
Damit Behörden und Verbände nicht unvorbereitet sind, brütet eine Projektgruppe seit rund einem Jahr über einem Konzept für den Umgang mit dem ersten Wolf im Land. Die Runde ist bunt besetzt: Naturschützer, Landwirte, Jäger und Mitarbeiter von Behörden arbeiten bei dem Vorhaben Hand in Hand. „Jetzt ist das Projekt auf der Zielgeraden, zum Ende des Jahres wollen wir den Handlungsleitfaden fertig haben“, erläutert Hug den Zeitplan.
Gut vorbereitet
Das Papier soll eine Art Checkliste für den erwarteten Fall der Fälle sein: Kontaktdaten von Fachleuten, Ansprechpartner in den Behörden und die Frage der Entschädigung werden festgehalten. „Der erste Hinweis auf den Wolf werden wohl ein paar gerissene Schafe sein“, sagt Ludwig Müller, Artenschutzreferent bei der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) in Karlsruhe. Bei fünf toten Tieren liege der Schaden nach seiner Rechnung bereits deutlich höher als 1000 Euro. Die auf freiwilliger Basis zugesicherte Entschädigung für Landwirte und andere Tierbesitzer, da sind sich die Fachleute einig, würde daher die Akzeptanz für das seltene Raubtier unter Schäfern und Bauern deutlich steigern.
„Derzeit schwebt uns da eine Fond-Lösung vor“, berichtet Müller aus den Verhandlungen. In den Topf könnten die am Projekt beteiligten Verbände einzahlen, einen weiteren Teil würde das Land beisteuern. „Für den Luchs haben wir eine solche Regelung schon, daran könnten wir uns auch beim Wolf orientieren“, erläutert der Verwaltungsmann. Derzeit wirbt das Projektteam bei den Verbänden um deren Beteiligung, Details werden bei einem Treffen in den nächsten Wochen festgezurrt. Forstdirektor Müller hat die fachliche Leitung der Runde inne.
Mit Sorge beobachten die Fachleute, dass viele Menschen Angst vor der Rückkehr der Wölfe haben. „Diese Emotionen kommen aus Märchen und Erzählungen, sie haben mit der Realität meist nichts zu tun“, stellt Ludwig Müller klar.
Wieder ein toter Wolf an der B156
In Sachsen wurde ein Wolf-Welpe überfahren
15. September 2009 - Heute Morgen wurde in Sachsen an der B156 zwischen Boxberg und Weißwasser ein überfahrener Wolf gefunden. Es handelt sich dabei um einen 4 Monate alten weiblichen Welpen des Nochtener Rudels. Damit ist er seit 2007 bereits der vierte Jungwolf, der auf der B156 überfahren wurde. Zur weiteren Untersuchung wird das tote Tier in das Institut für Zoo- und Wildtierforschung nach Berlin gebracht.
Wölfe legen täglich durchschnittlich 30 bis 50 Kilometer zurück. Die Zerschneidung der Landschaft ist so groß, dass sie gezwungen sind Straßen zu queren. Für das seltenste Säugetier in Deutschland ist das die größte Gefahr. „Jeder getötete Wolf ist ein herber Verlust, der die Wolfspopulation ins Wanken bringt“, erklärt NABU-Projektmitarbeiter Markus Bathen. Paare, die Welpen aufziehen, gibt es wenige. Wenn die Elterntiere zu Tode kommen, steht der Wolf in Deutschland so plötzlich wieder vor dem Aus, wie er vor elf Jahren aufgetaucht ist.
Erstellt R.N. Sep 7th, 2009
Ein Wolf wurde bereits abgeschossen, zwei weitere Abschüsse sollen folgen. Doch die Abschussbewilligungen für die drei Wölfe in den Kantonen Wallis und Luzern haben ein rechtliches Nachspiel: WWF und Pro Natura haben heute gegen die Todesurteile gemeinsam Rekurse eingereicht.
“Die drei verfügten Wolfs-Abschüsse verstossen gegen internationales und nationales Recht”, sagt Kurt Eichenberger, Grossraubtier-Experte beim WWF Schweiz. Deshalb haben die beiden Umweltorganisationen gemeinsam Rekurse eingelegt gegen die Abschussgenehmigungen.
Wolfabschüsse sind illegal und ein Verbrechen
Wolfabschüsse sind illegal und ein Verbrechen
Da solche Rekurse keine aufschiebende Wirkung haben, werden Wölfe heute einfach abgeschossen. “Es werden Fakten geschaffen, ohne dass eine rechtliche Prüfung erfolgen kann”, moniert Mirjam Ballmer, Projektleiterin Naturschutzpolitik bei Pro Natura. Die beiden Umweltschutzorganisationen fordern nun, dass Rekurse künftig aufschiebende Wirkung haben sollen.
Das geltende Verfahren befriedigt aus Sicht von WWF und Pro Natura nicht: Insbesondere die Bewilligung von Abschüssen kommt intransparent zustande. Das muss geändert werden. “Die drei Fälle in den Kantonen Wallis und Luzern zeigen, dass das Wolfskonzept nicht ausgewogen ist”, sagt Ballmer. “Das Konzept schützt vor allem die Schafe, dabei ist der Wolf eine streng geschützte Tierart”, sagt Eichenberger.
Die Umstände der einzelnen Wolfsrisse beweisen, dass die bestehenden Herdenschutzmassnahmen nicht konsequent genug umgesetzt werden. So wurden in Luzern die Schafe auf der Alp gar nicht geschützt. Zudem wurden nicht alle gerissenen Schafe wie vorgeschrieben von Behördenvertretern begutachtet.
WWF und Pro Natura sind überzeugt, dass das richterliche Urteil Mängel im Wolfskonzept und dessen Anwendung aufdecken wird. Da die Abschussgenehmigungen geltende Gesetze verletzen, erwarten die Umweltorganisationen nach den Rekursverfahren eine Revision des Wolfskonzepts.
- Gemeinsame Pressemitteilung von NABU Mecklenburg-Vorpommern e.V. und Freundeskreis freilebender Wölfe e.V. vom 03.09.09
Wo sind die Lübtheener Wölfe?
Während Wölfe in Brandenburg und Sachsen-Anhalt schon Nachwuchs auf die Welt brachten, ist Mecklenburg-Vorpommern auch nach drei Jahren mit Wolfsvorkommen immer noch ohne Rudel. Ist das nur Zufall?
Im November 2006 wurde das Vorkommen eines Wolfes auf dem Truppenübungsplatz Lübtheen belegt. Nur wenige Monate später, im Februar 2007, konnte ein weiteres Tier nachgewiesen werden. Im Laufe der darauffolgenden Monate wurde die Anwesenheit dieser beiden Wölfe regelmäßig durch Spuren- und Losungsanalysen bestätigt. Ein Tier wurde sogar genetisch nachgewiesen. Große Aufmerksamkeit erregten die Tiere während dieser Zeit durch ihre Beutezüge auf nicht geschützte Schafherden. So war es im April 2007 im Raum Woosmer drei Mal zu Schafrissen gekommen. Nachdem im Januar 2008 ein weiteres Mutterschaf und 20 Jungtiere gerissen wurden, verliert sich die Spur der beiden Wölfe.
Im März 2008 tauchte ein „neuer“ Wolf auf, der anhand seiner Fußabdrücke als ein drittes Individuum identifiziert wurde. Von den anderen Tieren fehlt nach wie vor jede Spur.
Im Nachbarland Sachsen-Anhalt gab es im Jahr 2008 erste Nachweise von Wölfen. In diesem Sommer nun konnten auch Welpen registriert werden. Soweit die erfreuliche Nachricht. Der allerdings ging eine schlechte voran: Anfang Juni wurde ein Rüde, höchstwahrscheinlich der Vater der Welpen, illegal von einem Jäger erschossen. Das Land reagierte schnell – Strafantrag wurde gestellt und dem Jäger die Jagderlaubnis entzogen.
Hartnäckig halten sich Gerüchte aus Jägerkreisen, nach denen auch die beiden Lübtheener Wölfe ein solches Schicksal ereilt hat – doch klare Aussagen hierzu fehlen bislang. Vertun die Jagdausübenden der Region hier eine große Chance? Falls es klare Hinweise auf eine Straftat geben sollte, muss auch seitens der Jägerschaft offensiv an deren Aufklärung mitgewirkt werden. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die Gerüchteküche weiter brodelt und es einmal mehr pauschal heißt: die bösen Jäger.
Was auch immer mit den zwei Wölfen im Lübtheener Raum geschehen ist, fest steht, dass das Land Mecklenburg-Vorpommern auf ein gründliches Wolfsmonitoring nicht verzichten kann und seinen Verpflichtungen gemäß FFH-Richtlinie schnellstmöglich nachkommen muss. Ebenso wichtig ist die Informations- und Öffentlichkeitsarbeit, um die Bevölkerung und vor allem die Nutztierhalter auf ein Leben mit dem Wolf in ihrer Nachbarschaft vorzubereiten.
Bleibt die Hoffnung, dass die Gerüchte nur Gerüchte sind und die zwei Wölfe weitergewandert sind.
- Weltweit erster Klon-Wolf plötzlich gestorben
01. September 2009, 15:26
"Snuwolf" starb aus bisher noch unbekannter Ursache.
"Snuwolf" befand sich in körperlich guter Verfassung - Todesursache soll durch Autopsie geklärt werden
Seoul - Vor wenigen Tagen, am 26. August, starb einer der beiden ersten Klonwölfe der Welt in einem Zoo in Seoul, wie der Tiermediziner Shin Nam Sik von der Seouler Nationaluniversität (SNU) mitteilte. Ein Team um Shin und dessen Kollege Lee Byeong Chun hatten im März 2007 die beiden jungen Klonwölfinnen "Snuwolf" und "Snuwolffy" vorgestellt. Den Angaben der Forscher zufolge wurden sie bereits eineinhalb Jahre davor erfolgreich geklont. Wölfe können weit mehr als zehn Jahre alt werden.
Plötzlicher Tod
"Snuwolf" sei plötzlich gestorben, sagte Shin. Davor sei das Tier in guter körperlicher Verfassung gewesen. Um die genaue Todesursache zu bestimmen, müssten noch die Ergebnisse der Autopsie abgewartet werden. Shin schloss eine bakterielle Infektion nicht aus. Er wies Spekulationen zurück, wonach technische Fehler beim Klonen schließlich für den frühen Tod des Tieres verantwortlich waren. "Wir sollten den Vorfall nicht übertreiben, da viele Tiere plötzlich sterben", wurde Shin zitiert.
Das Team um Shin hatte 2006 auch drei männliche Wölfe geklont. Von den Klonexperimenten mit Wölfen erhoffen sich die Forscher einen Nutzen für die Bemühungen um den Erhalt bedrohter Tierarten. Aus Südkorea stammt auch der erste Klonhund. (red/APA)
Entlebuch 23.08.2009 05:00
Mutiger Cäsar vertreibt den Wolf
Biosphärendirektor setzt Kopfgeld auf Wolf aus
Er hat die Lehre als Schutzhund im Tal der Wölfe gemacht. Nun hat der dreijährige Cäsar dafür gesorgt, dass der Wolf im Entlebuch das Weite sucht.
Tagelang lag im Entlebuch ein Wildhüter auf der Lauer, um dem Luzerner Wolf abzupassen. Dieser ist seit dem 6. August während 60 Tagen im Gebiet Fürstei–Schwändelifluh–Schimbrig zum Abschuss freigegeben worden, nachdem er im Kanton Luzern über 25 Schafe erlegt hatte. Doch vom Wolf fehlt seit Tagen jede Spur.
Kampf mit dem Wolf
Schuld für das Verschwinden ist möglicherweise Cäsar. Der dreieinhalbjährige Abruzzen-Berghund hatte vor ungefähr einem Monat auf der Schafmatt einen heftigen Kampf mit dem Wolf. Schafzüchter Daniel Krummenacher: «Als ich damals meine Herde mit den 17 Zuchtschafen besuchte, verhielt sich der Schutzhund auffällig. Er hatte Verletzungen am Kopf, zudem fehlte ihm ein Stück am Hintern.»
Daniel Krummenacher sagt anerkennend: «Cäsar hat das tadellos gemacht.» Und der Züchter schmunzelt: «Zur Belohnung erhielt er eine Wurst – mit Antibiotika, damit er wieder gesund wird.» Inzwischen hat sich Cäsar vom heftigen Kampf erholt.
Guido Felder und Eva Novak
Aktualisiert um 17:19 | 20.08.2009
SION – Er riss so viele Schafe, bis der Kanton Wallis das Todesurteil aussprach. Jetzt hats den Wolf im Val d'Illiez erwischt.
Im Wallis ist einer der zum Abschuss freigegebenen Wölfe erlegt worden. Es handelt sich um einen Rüden, der den Wildhütern heute am frühen Morgen in unmittelbarer Nähe einer Schafherde im Val d´Illiez in die Falle ging.
Wo genau und vom wem der Wolf abgeschossen wurde, wollte der Kanton Wallis nicht mitteilen. In einem Communiqué der Walliser Regierung hiess es lediglich, dass es auf der rechten Talseite des Val d´Illiez zum Abschuss gekommen sei.
Untersuchungsbericht soll Details klären
Das Tier wird nun zur Untersuchung ins Tierspital Bern gebracht. Angaben zum Wolf und zu den Umständen des Abschusses werden später in einem Untersuchungsbericht bekanntgegeben.
Der Abschuss erfolgte, nachdem der Vorsteher des Walliser Departements für Verkehr, Bau und Umwelt, Jacques Melly, am 6. August Abschussbewilligungen für je einen Wolf im Val d´Illiez und im Val des Dix erteilt hatte.
In beiden Gebieten hatte das Raubtier Schafherden attackiert (Blick.ch berichtete). Besonders angriffig zeigte sich der Wolf im Val d´Illiez, wo seit Anfang Mai gegen 100 Schafe gerissen worden sind.
WWF will an Rekurs festhalten
Die Umweltorganisationen Pro Natura und WWF sprachen sich gegen die Abschussbewilligungen aus, weil nur gerade acht dieser Schafe genügend geschützt gewesen waren. Sie wollten deswegen bis in zwei Wochen gegen die Bewilligung rekurrieren.
Blick.ch wollte vom WWF wissen, was man bei der Organisation vom Walliser Schnellschuss hält. «Wir verurteilen dieses Verhalten», sagte Kurt Eichenberger, Projektleiter Biodiversität.
Den Rekurs gegen die Abschussbewilligung werde man aufrechterhalten. «Wir hoffen, dass durch ein Gerichtsurteil die zukünftige Praxis verbessert wird», so Eichenberger. (SDA/noo)
Tierschutz 30.07.2009
Politiker wollen Wolf zum Abschuss freigeben
Der WWF Luzern führt 2009 zum ersten Mal einen Sponsoringlauf durch: «60 Minuten laufen für den Wolf» – ausgerechnet jetzt, wo ein Abschuss des Luzerner Raubtiers zur Debatte steht.
Die Teilnehmenden suchen sich vor dem Lauf möglichst viele Sponsoren bei Bekannten und Verwandten, die ihnen für jede gelaufene Runde einen bestimmten Geldbetrag zusagen. Beim Lauf geht es darum, möglichst viele Runden zu absolvieren. Der rund 800 Meter lange Rundkurs ist während 60 Minuten geöffnet. Je weiter man während dieser Stunde läuft oder geht, desto mehr Geld kommt zusammen.
So das Konzept des vom WWF Luzern initiierten Sponsorenlaufs, der am 25. September in Rothenburg stattfindet – und das durchaus stutzig machen könnte angesichts der aktuellen Lage. Ein zweiter Blick zeigt aber, dass der Erlös dem Schutz von Herden zugute kommt: Das Geld fliesst in eine geplante Winterpension für Herdenschutzhunde in der Zentralschweiz, wie Urs Brütsch, Geschäftsleiter von WWF Luzern, gegenüber dem «Regionaljournal Zentralschweiz» sagte.
scd
Politiker wollen Wolf zum Abschuss freigeben
Jetzt wird der Abschuss des Wolfes diskutiert
Die
Abschusskriterien für den Wolf seien zu lasch, sagen Politiker. Man
müsse diskutieren, ob der Wolf wirklich schutzwürdig sei.
CVP-Nationalrat
Ruedi Lustenberger aus Romoos möchte, dass man weniger tolerant mit dem
Wolf umgeht. Derzeit darf ein Wolf erst zum Abschuss freigegeben
werden, wenn er innerhalb eines Monats mindestens 25 Tiere gerissen hat.
25
gerissene Schafe, bis ein Wolf abgeschossen werden könne, seien zu
viel. Notfalls müsse man überlegen, den Wolf nicht mehr als
schützenswert zu klassifizieren. Einen entsprechenden Vorstoss will er
im Herbst einreichen.
Auch SVP-Kantonsrat Erwin Dahinden aus
Schüpfheim hat genug vom Wolf. Luzern solle beim Bund klarmachen, dass
die Schweiz und insbesondere der Kanton Luzern für die Wiederansiedlung
des Wolfes zu klein sei. Er fordert in einem Vorstoss, dass der Kanton
Luzern neu allein entscheiden darf, ob ein Wolf abgeschossen werden
kann. Derzeit entscheiden darüber fünf Kantone und der Bund.
Luzia Mattmann
Gleich mehrere tote Wölfe wurden in Italien gefunden. Zwei Wölfe im Nationalpark Abruzzen. Mindestens 12-15 Tage schon tot. Toxische Analysen werden die nächsten Tage vorgenommen.
Dann wurden weiter südlich in der Region Foggia eine Wölfin mit ihren 3 Welpen in Mülltüten gefunden von der Polizei von Rocchetta Sant’Antonio.
Wütende Schafshirten hatten hier wahrscheinlich Jagd auf die Wölfe gemacht. In der gesamten Provinz gibt es vielleicht 20 Wölfe auf 3000 qkm, so dass dies besonders tragisch ist. Zudem ist die Provinz Foggia der Durchgangskorridor der Wölfe aus den Abruzzen weiter nach Süden. Die 4 Kadaver wurden ins zoologische Institut gebracht zwecks weiterer Untersuchungen. Giampaolo Pennacchioni ist entsetzt über die Tat, zumal die Provinz die Verluste von Schafen zu 100 Prozent entschädigt hat.
24.7.2009 0:00 Uhr
Wittstock – Es waren vermutlich Wilderer, die sich ertappt füllten. Doch für das Landesumweltamt ist es ein herber Verlust. Auf der seit Jahrzehnten gesperrten Kyritz-Ruppiner Heide bei Wittstock in Nordbrandenburg haben Unbekannte vergangene Woche eine so genannte Fotofalle gestohlen. Die Kamera hatte auf dem gesperrten Gelände Wölfe nachgewiesen. Jeden Monat macht das mehr als 600 Euro teure Gerät bis zu 12 000 Fotos von Madern, Wildschweinen und Hirschen, sagte Umweltamtspräsident Matthias Freude am Donnerstag.
Alle vier Wochen wird der Film der drei Meter hoch in einem Baum hängenden Kamera gewechselt. Beim letzten Mal waren erneut Wölfe darauf. Der nun samt Apparat gestohlene Film sollte weiteren Aufschluss geben – zumal jetzt, da die Heide nach dem Verzicht der Bundeswehr auf das Bombodrom zivil genutzt werden soll. Wie berichtet, ist die Heinz Sielmann Stiftung an der Bewirtschaftung interessiert. Amtschef Freude jedenfalls spricht von „sehr interessanten Nachrichten für Wolfsfreunde und -gegner“. Neues zur Wolf-Population in Brandenburg will er am heutigen Freitag bekannt geben. Auch Arten, die die Experten bislang nicht auf dem Gelände vermutet haben, wurden gefunden. Nun soll eine neue Fotofalle aufgestellt werden – wo, das wird nicht verraten. axf
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 24.07.2009)
16.07.2009
Der Weg wäre nicht weit: 40 Kilometer sind es vom Bayerischen Wald bis zur Gemeinde Ahorn in Oberösterreich. Keine Entfernung für einen Wolf, der auch einmal mehrere Dutzend Kilometer am Tag zurücklegen kann. Diese Rechnung stellten die Leute in Ahorn an, nachdem sie in den vergangenen Tagen auf ihren Weiden mehrere Kälber mit rätselhaften Verletzungen gefunden hatten: Ihre Köpfe waren zerbissen. Vielleicht habe ein Wolf aus dem Bayerischen Wald die Kälber gerissen, vermuteten die Bauern. Allerdings leben Wölfe im Bayerischen Wald nur im Gehege. Und dann kam auch noch ein Persilschein vom Fachmann für mögliche bayerische Ausbüchser: "Es ist kein Phantom, auch kein Wolf oder Bär", sagte der österreichische Wildbiologe Christopher Böck im ORF nach Begutachtung eines Tieres, "sondern allem Anschein nach eine Rotte von Wildschweinen, die das Kalb irgendwie aus der Weide herausgebracht und getötet hat." Ob diese Viecher nun bayerischer Abstammung sind, konnte bislang nicht geklärt werden. hm
NZZ Online 15.07.2009
DNA-Analysen bestätigen, dass ein Wolf im Juni in den Kantonen Bern und Freiburg insgesamt 26 Schafe getötet oder verletzt hat. Um weitere Schäden zu vermeiden, werden nun Herdenschutzmassnahmen umgesetzt, wie die Direktion für Land- und Forstwirtschaft des Kantons Freiburg am Mittwoch mitteilte.
(ap) In den Kantonen Bern und Freiburg wurden seit Mitte Juni fünf Wolfsübergriffe auf Schafe gemeldet. Der erste fand am 18. Juni im Gebiet Walop/Stierengrat im Kanton Bern statt. Dabei wurden acht Schafe getötet. Im Kanton Freiburg wurden bei vier verschiedenen Übergriffen in der Region Steinig-Gantrisch-Widdergalm insgesamt 18 Schafe verletzt oder getötet. Die Resultate der DNA-Proben zeigen laut den Freiburger Behörden nun, dass es sich um einen Wolf italienischer Abstammung handelt.
Im Kanton Freiburg werden die betroffenen Alpen jetzt durch Herdenschutzhunde geschützt. Eine Herde mit 98 Tieren auf einer Alp, auf der sich auf Grund der starken Verbuschung zurzeit keine Schutzmassnahmen umsetzen liesse, werde teils in eine geschützte Herde integriert und teils ins Tal gebracht, heisst es in der Mitteilung weiter. Um weitere Schäden zu vermeiden, müssten die Präventionsmassnahmen auch auf andere Alpen ausgeweitet werden. Gemäss dem Konzept Wolf des Bundesamts für Umwelt erfolgt die Koordination der Herdenschutzmassnahmen über die Kantonsgrenzen hinweg in der Interkantonalen Grossraubtierkommission.
mz-web.de
Rotwild in der Lausitz für Forschungsprojekt mit Sendern ausgestattet
erstellt 05.07.09, 19:25h
Dresden/ddp. Manchmal funkt der Wolf im Wald dazwischen. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn den wenigen mit Sendern versehenen Raubtieren aus der Lausitz stehen mittlerweile neun Rotwildtiere mit GPS- und VHF-Sendern gegenüber. Diplom-Forstingenieur Mark Nitze betreut das bereits 2007 initiierte und zunächst bis Ende 2010 angelegte Forschungsprojekt an der TU Dresden. Ziel ist es, das Verhalten der Wildtiere im Wolfsgebiet zu untersuchen und dazu wissenschaftliche Daten zu erfassen. Bisher ist noch sehr wenig darüber bekannt. Dennoch gibt es immer wieder teils verhärtete Diskussionen und Theorien, wie stark der Wolf das Verhalten des Wilds beeinflusst.
Um dem Wild einen Sender zu verpassen, muss sich Nitze auf etwa 15 Meter an das Tier heranpirschen und es dann mit Hilfe eines Narkosegewehrs betäuben. Derzeit sind in der Wolfsregion Lausitz acht Tiere und in der als wolfsfrei geltenden Königsbrücker Heide ein Rotwild mit Sendern unterwegs. Geplant ist eine Zahl von 20 Hirschen und Hirschkühen. Dabei gibt es zwei Systeme. Bei der Satellitentelemetrie werden die Ortungsdaten gesammelt und über das Funknetz per SMS an die Bodenstation gesendet. Nitze erhält dann eine E-Mail mit den Informationen, wo sich sein Rotwild aufhält.
Einfach erklärt: «Wenn das Handynetz zur Verfügung steht, ruft das Tier quasi zu Hause an.» Die Datenübertragung sei vergleichbar mit unterschiedlichen Telefonnummern oder einer SIM-Karte im Mobiltelefon, sagt Nitze. Jedes Tier ist einzeln identifizierbar. Wenn sich das Wild im Funkloch bewegt, bleiben die Daten solange gespeichert, bis es wieder einen Funkkontakt gibt.
Bei einer anderen Methode wird mit einem terrestrischen Sender gearbeitet. Um an diese Daten zu gelangen, muss Nitze allerdings dem Wild sozusagen hinterherfahren und es mit einer Hand-Antenne orten. Die Sender, die die Wildtiere tragen, wiegen zwischen 400 bis 900 Gramm, was nach Einschätzung des Experten eigentlich «kein Gewicht für Hirsche und Hirschkühe» ist. «Knallgelb» sind die Halsbänder, damit sie auch von Jägern gesehen und die Tiere nicht geschossen werden. Die Wölfe registrierten die Signalfarbe der Halsbänder indes offenbar nicht, zumindest wurde noch kein Tier mit Sender gefressen.
Derzeit ist Nitze dabei erste, umfangreiche Daten auszuwerten. Einige Tiere sind nun bereits ein Jahr mit einem Sender unterwegs, so dass sich anhand der Daten ein Jahreszyklus erstellen lässt, wie er sagt. Pro Tier müssten teilweise mehr als 10 000 Daten oder Ortungspunkte ausgewertet werden. Bei einigen Tieren seien auch Fluchtreaktionen erkennbar, was auf den Wolf zurückzuführen sein könnte. Ansonsten sei das Rotwild mit Sender allerdings in seinem Streifgebiet geblieben und nicht abgewandert.
Die Kosten des Projekts in Höhe von 146 000 Euro werden aus Mitteln der Jagdabgabe, einem pauschalen Jahresbeitrag der rund 10 000 Jäger in Sachsen, finanziert.
Unabhängig von dem Rotwild-Projekt und mit anderer Zielrichtung gibt es in Sachsen eine weitere Untersuchung mit Sendern im Auftrag des Bundesamts für Naturschutz. Dazu wurden drei Wölfe mit GPS-Sendern ausgestattet, von denen einer, Alan genannt, bereits die polnische Grenze überschritten hat und nach Weißrussland abgewandert ist. Die anderen beiden Wölfe mit Sendern halten sich dagegen nach wie vor in der Lausitz auf. Erforscht wird bei diesem Projekt die Abwanderung von Wölfen, die üblicherweise im Alter von ein bis zwei Jahren das Revier der Eltern verlassen.
In der Oberlausitz wurden 1998 die ersten Wölfe gesichtet. Derzeit leben nach Angaben des Umweltministeriums in Sachsen 40 bis 45 Wölfe in fünf Rudeln. Seit 2000 sind in der Oberlausitz mehr als 80 Wolfswelpen geboren worden, von denen aber viele abwanderten und einige starben. Wie viel Wolfsnachwuchs es aktuell in Sachsen gibt, wird nach Angaben des Kontaktbüros Wolfsregion Lausitz erst in einigen Wochen feststellbar sein.
SION – Im Wallis tötete ein Wolf zwei Schafe. Eines starb an seinen Verletzungen, das andere am Schrecken. Die Jäger laden schon mal ihre Flinten.
In der Schweiz leben momentan 10 Wölfe. (Landwirtschaft und Wald Luzern)
Die Wölfe sind los! Am Sonntag hat ein Wolf im Unterwalliser Val d’Illiez ein Schaf so schwer verletzt, dass es notgeschlachtet werden musste. Ein zweites Schaf war leichte Beute. Es ist bei der Attacke an einem Herzanfall gestorben. Da das verletzte Schaf in einem Bach lag, ist an der Wunde kein DNA-Material mehr vorhanden gewesen, um den Wolf zu identifizieren.
Seit Mitte Mai sind bei Wolfsattacken im Val d´Illiez 15 Schafe getötet worden, fünf Tiere sind verschwunden. Ein Wolf darf abgeschossen werden, wenn er in 30 Tagen mindestens 15 Schafe tötet. Zurzeit wird abgeklärt, ob bei den Wolfsattacken der letzten Wochen immer dasselbe Tier zugebissen hat und ob alle Abschuss-Kriterien erfüllt sind.
Bereits nach den ersten 13 Schafsrissen hat die Dienststelle für Jagd die zuständige Kommission von Bund und Kantonen um eine Abschussempfehlung ersucht. Entscheiden muss dann der Kanton.
Wölfin aus dem Vorjahr auf der Pirsch?
Die Walliser können sich vorstellen, dass die neusten Attacken aufs Konto der Wölfin gehen, die bereits letztes Jahr 40 Schafe getötet hat. Sie erfüllte aber nicht alle Abschuss-Kriterien und blieb verschont.
In der Schweiz leben Schätzungen zufolge rund 10 Wölfe. Der Wolf ist seit 1979 ein international geschütztes Tier. In der Schweiz ist er seit 1988 geschützt.
Zentralschweizer Wolf kam aus dem Wallis
Heute wurde zudem bekannt, dass der Wolf, der seit Oktober 2008 in der Zentralschweiz herumstreift, aus dem Wallis stammt. Genetische Analysen zeigen, dass der Wolf, der in Ob- und Nidwalden seine Spuren hinterlassen hat, identisch ist mit jenem, der sich im September 2008 im Wallis aufgehalten hat.
Die genetische Analyse weise nach, dass es sich um einen Rüden italienischer Abstammung handle, schreibt das Bundesamt für Umwelt (BAFU). Im September hielt er sich im Val de Bagne und im Chablais auf, im Oktober riss er in Sachseln OW neun Schafe. Später wurden auch Spuren aus den Kantonen Luzern, Nidwalden und Schwyz gemeldet.
Die räumliche Nähe zu Ob- und Nidwalden und die zeitliche Abfolge des Auftretens legen für das BAFU nahe, dass es sich beim Luzerner Wolf mit grösster Wahrscheinlichkeit um das gleiche Tier handelt. Ein anderer Wolf dürfte hingegen im Kanton Schwyz unterwegs gewesen sein. Seine Herkunft ist nicht eindeutig zu bestimmen. (gca/SDA)
Lausitzer Wolf seit knapp drei Wochen im Nordosten Polens
Rietschen (ddp-lsc). Der Anfang März mit einem GPS-Sender versehene Wolf Alan befindet sich derzeit etwa 90 Kilometer vor der Grenze zu Weißrussland. Seit knapp drei Wochen verweilt der Wolfsrüde im Nordosten Polens, wo das Verbreitungsgebiet der baltischen Wolfspopulation beginnt, wie das Kontaktbüro «Wolfregion Lausitz» am Samstag in Rietschen mitteilte.
Alan hatte den Angaben zufolge vor acht Wochen sein Elternrudel in der Lausitz verlassen und mehr als 1000 Kilometer zurückgelegt. Sein Bruder Karl und ein dritter mit einem Sender versehener Wolf halten sich dagegen nach wie vor in der Lausitz auf, hieß es.
Die Tiere wurden für eine Pilotstudie zur Ausbreitung von Wölfen mit Sendern versehen. Das Projekt wird im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz vom Bundesumweltministerium gefördert.
In der Oberlausitz wurden 1998 die ersten Wölfe gesichtet. Derzeit leben nach Angaben des Umweltministeriums in Sachsen 40 bis 45 Wölfe in fünf Rudeln. Seit 2000 sind in der Oberlausitz mehr als 80 Wolfswelpen geboren worden, von denen aber viele abwanderten und einige starben.
(ddp)
18.06.2009
Jäger aus westfälischem Halle: "Das gibt’s ja nicht. Das ist ein Wolf"
Von Silke Janko
+ Kam nach Sachsen-Anhalt und sah den Wolf: Der 53-jährige Reinhard Goldbecker aus dem westfälischen Halle. Er hatte bei einer Jagd auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow das Tier fotograf ert. Foto: privat
Für die Existenz von Wölfen auf dem Truppenübungsplatz in Altengrabow ( Jerichower Land ) gibt es den ersten Fotobeweis. Ein Jäger hat bei einer Jagd am vergangenen Sonnabend das Foto mit seiner Digitalkamera aufgenommen. Ob es sich dabei um ein männliches oder weibliches, junges oder altes Tier handelt, ist allerdings nicht erkennbar.
Burg. Sebastian Koerner, freier Mitarbeiter im wildbiologischen Büro " Lupus ", bestätigte der Volksstimme, dass es sich " im Zusammenhang mit allen anderen Fakten " um einen Wolf handelt. " Es gibt keinen Grund zu zweifeln ", so Koerner, der auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow an Monitoringmaßnahmen beteiligt ist. Obwohl er zugleich einschränkt, dieses Foto sei wegen seiner Qualität nur ein " Beweis der zweithöchsten Kategorie ". Möglich sei, dass es sich auch um einen Wolfshund handele. Das Geschlecht des Tieres sei ebenfalls nicht erkennbar.
Der 53-jährige technische Angestellte Reinhard Goldbecker aus dem westfälischen Halle hatte das Tier bei einer Ansitzjagd auf die derzeit jagdbaren Rehböcke am 13. Juni auf dem Truppenübungsplatz in Altengrabow ( Landkreis Jerichower Land ) fotografiert. Gegen 21 Uhr, als er wie weitere etwa 80 Jäger auf dem rund 10 000 Hektar großen Areal auf einem Hochsitz saß, bewegte sich plötzlich etwas in den Birken, erzählte er der Volksstimme. " Das gibt’s ja nicht. Das ist ein Wolf !", habe er nur gedacht und schnell auf seine Digitalkamera gedrückt. " Ich dachte nur, hoffentlich wird das Bild. " So schnell wie der Wolf gekommen war, war er dann auch weg. " Er hat offensichtlich Wind bekommen ", mutmaßte der Weidmann. " Ich wusste gar nicht, dass Wölfe so groß sind ", ist Goldbecker über das seltene Naturerlebnis immer noch sichtlich beeindruckt. Er vermutet, dass er ein weibliches Tier gesehen hat.
Der Fotobeweis für die Existenz des Wolfes wirft allerdings nach dem rechtswidrigen Abschuss eines Wolfes bei Tucheim genau eine Woche zuvor, am 6. Juni, ganz in der Nähe des Truppenübungsplatzes, weitere Fragen auf. Bei dem erlegten Wolf war vermutet worden, dass es sich um das männliche Tier des auf dem Truppenübungsplatz heimischen Wolfspärchens handeln könnte. Wie der fotografierte Wolf einzuordnen ist, bleibt allerdings Spekulation. Unter anderem deshalb, weil auf dem Foto nicht klar erkennbar ist, ob es sich um ein männliches oder weibliches beziehungsweise junges oder altes Tier handelt.
Inzwischen liegt auch der Untersuchungsbericht des Berliner Instituts für Zoo- und Wildtierforschung ( IZW ) vor. Laut Umweltministerium handelt es sich bei dem erschossenen Wolf um einen zweijährigen, 41 Kilogramm schweren Rüden. Er wurde aus einer Entfernung von 35 bis 45 Metern erlegt. Die tödliche Kugel traf ihn am Kopf. Eine genetische Untersuchung, um verwandtschaftliche Verhältnisse zu klären, kann nur im Ausland erfolgen. Das Umweltministerium sei gegenwärtig dabei, eine solche Untersuchung zu organisieren.
Auf dem Truppenübungsplatz, so erklärt der Wolfsbeauftragte des Bundesforstamtes, Klaus Puffer, wurden inzwischen an zwei Wasserstellen Fotofallen aufgestellt. In wenigen Tagen sollen die Chips gesichtet werden. Vielleicht, hofft Puffer, gibt es dann weitere Wolfsbilder. Ab Monatsende soll sich auch herausstellen, ob die Wölfin Nachwuchs bekommen hat. Nämlich dann, wenn die Jungtiere etwa acht bis neun Wochen nach ihrer Geburt aus dem Bau herauskommen und ihre wolfstypischen Heulrufe ausstoßen.
Für Andreas Berbig von der Anfang des Jahres eingerichteten Referenzstelle Wolf im Biosphärenreservat Mittelelbe mit Sitz in Arneburg kommt der Foto-Beweis nicht überraschend. " Seit dem Spätherbst 2008 war klar, dass es auf dem Truppenübungsplatz Wölfe gibt. "
Der Wolf ( Canis lupus ) galt seit dem 19. Jahrhundert in Deutschland als ausgestorben. Der auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik vorläufig letzte freilebende Wolf wurde am 27. Februar 1904 in der Lausitz erschossen. Heute gibt es von dem streng geschützten Tier, das nicht bejagt werden darf, schätzungsweise 50 Tiere in Deutschland. Sie sind von Polen aus eingewandert und bevorzugen vor allem Truppenübungsplätze.
Nach Abschuss im Jerichower Land
Strengerer Wolfsschutz in Planung
Nach dem vermutlich vorsätzlichen Abschuss eines Wolfes im Landkreis Jerichower Land sollen die Tiere in der Region noch stärker geschützt werden. Ein Sprecher des Landkreises in Burg sagte am Mittwoch, die Naturschutzbehörde des Landkreises und der Wolfsbeauftragte in der Bundesforsthauptstelle erwägen unter anderem, die Aufzucht von Welpen zu unterstützen. Um herauszufinden, ob der am Wochenende im Jerichower Land erschossene Wolf Nachwuchs hat, werden Experten und der Wolfsbeauftragte der Bundesforsthauptstelle Möser gemeinsam auf Spurensuche gehen. Nach Informationen von MDR 1 RADIO SACHSEN-ANHALT wurden für eventuelle Schnappschüsse bereits Fotofallen aufgebaut. Der Landrat des Landkreises Jerichower Land, Lothar Finzelberg, habe sich dem Sender zufolge zudem bereit erklärt, Futter für das Tier oder die Tiere bereit zu stellen, um ein Überleben eventuell vorhandener Jungtiere zu sichern.
Ein Wolf war am Wochenende vermutlich vorsätzlich abgeschossen worden,
Gerüchte bisher unbestätigt.
Der für den tödlichen Schuss verantwortliche Jäger hatte am Dienstag seine Waffe bei der Polizei freiwillig abgegeben und Selbstanzeige erstattet. Mit der freiwilligen Abgabe seines Jagdscheines sei er einer vorläufigen Entziehung zuvorgekommen. Der Landkreissprecher teilte unterdessen mit, die Gerüchte, gegen den Mann seien bereits Bußgelder wegen mehrerer jagd- und waffenrechtlicher Verstöße verhängt worden, hätten sich bislang nicht bestätigt. Der Jäger sei seit über 20 Jahren im Besitz einer Jagdberechtigung. Dies werde bei der strafrechtlichen Würdigung berücksichtigt. Erst 2007 sei seine persönliche Zuverlässigkeit zuletzt überprüft worden.
Harte Strafen für den Abschuss geschützer Arten
Der Jäger hatte am vergangenen Wochenende während einer Jagd im Raum Tucheim wahrscheinlich vorsätzlich einen Wolfsrüden erschossen und muss nun mit einer harten Strafe rechnen. Sollten die Ermittlungen bestätigen, dass der Schütze das streng geschützte Tier vorsätzlich getötet hat, kann er zu einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren verurteilt werden. Bei einer fahrlässigen Tötung sieht das Gesetz eine Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten vor. Zudem kann die vorsätzliche oder fahrlässige Tötung eines Wolfes nach dem Bundesnaturschutzgesetz mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.
Derzeit wird das getötete Tier den Angaben zufolge von einem Institut in Berlin untersucht, um seine Abstammung und weitere Einzelheiten festzustellen. Ein Ergebnis werde in den nächsten Tagen erwartet.
- Jäger und Schafzüchter reagieren mit Skepsis auf die Einwanderung der Vierbeiner
VON Julia Klabuhn, 13.06.09, 15:37h, aktualisiert 13.06.09, 15:49h
Arneburg/ddp. Deutlich zeichnen sich die Pfotenabdrücke eines Wolfes in dem Sandstreifen bei Arneburg in der Altmark ab. Solche Hinweise auf das Raubtier könnten in Sachsen-Anhalt künftig häufiger anzutreffen sein, denn der Wolf wandert aus den benachbarten Bundesländern Brandenburg und Sachsen ein. Biologe Andreas Berbich, der in der Verwaltung des Biosphärenreservats Mittelelbe in Arneburg (Landkreis Stendal) arbeitet, ist dem Wolf auf der Spur. Er sammelt Informationen über einwandernde Wölfe und berät Landwirte, wie Schäden durch das Raubtier vermieden werden können.
Das Landesumweltministerium hat ihn als Wolfsreferenten eingesetzt, nachdem im Herbst vergangenen Jahres bei Nedlitz (Kreis Anhalt-Bitterfeld) ein Schaf von einem Wolf gerissen wurde. Zudem gab es Hinweise darauf, dass auf dem Truppenübungsplatz bei Altengrabow (Jerichower Land) ein Wolfspaar lebt. Eines der Tiere wurde vor einer Woche von einem Jäger illegalerweise erlegt.
Häufig komme es zu Verwechslungen mit Hunden, sagte Berbich und zeigt auf Bildern, wie ein vom Hund gerissenes Tier von einem zu unterscheiden ist, das ein Wolf getötet hat. «Dort sieht man nicht mehr als die Einstiche der Eckzähne an der Kehle. Das ist typisch Wolf», kommentiert der 47-Jährige das Bild eines toten Schafes. Hunde würden dagegen Verletzungen am ganzen Körper des Schafes hinterlassen.
Das Bild des gerissenen Schafes unterstreicht auch, warum die Einwanderung des Wolfes in Sachsen-Anhalt mit gemischten Gefühlen beobachtet wird. Schäfer fürchten um ihre Herden. Und aus Sicht der Jäger stellt der Wolf eine Konkurrenz um das Wild dar. Das Land wollte deshalb nicht warten, bis es regelmäßig zu Konflikten zwischen Wolf und Mensch kommt. «Wir wollten uns früh genug auf den Fall einstellen, dass Wölfe sich hier dauerhaft ansiedeln», sagt der Sprecher des Landesumweltministeriums, Detlef Thiel. Man habe deshalb alle Betroffenen an einen Tisch geholt, um auszuloten, wie die Jäger, Schäfer und Naturschutzverbände zum Wolf stehen, sagt er.
Inzwischen liegt eine Leitlinie vor, die Hinweise zum Umgang mit dem Wolf festschreibt. Sie stellt klar, dass der Wolf in Deutschland streng geschützt ist. Seit 1980 darf er nicht mehr gejagt werden. Seit der Wiedervereinigung 1990 gilt dieses Verbot auch in den neuen Ländern. «Wir haben unseren Mitgliedern die rechtliche Lage erläutert», sagt Dietrich Kramer, Geschäftsführer des Landesjagdverbandes. Einige Revierinhaber hätten Bedenken, dass sich die hohe Jagdpacht nicht mehr lohne, wenn es weniger Erlöse aus dem Verkauf von Wildfleisch gebe. Kramer ruft aber zur Gelassenheit auf. «Wir wollen nicht heulen, das sollen zuerst die Wölfe machen», sagt er.
Weniger gelassen zeigen sich die Schafzüchter im Land. «Der Wolf ist eine Bedrohung und ein Kostenfaktor», sagt Hans-Jörg Rösler, Geschäftsführer des Landesschafzuchtverbandes. Erfahrungen aus Sachsen hätten gezeigt, dass hohe Elektrozäune und Herdenschutzhunde keine absolute Sicherheit für die Schafe böten. Diese Schutzmaßnahmen seien zudem mit hohen Kosten verbunden. Viele Schäfer fürchteten deshalb um ihre Existenz.
Im Umweltministerium ist dieses Problem bekannt. «Es muss Entschädigungen geben und eine Unterstützung der Schäfer beim Herdenschutz», sagt Dietmar Spitzenberg, der im Ministerium das Wolfsmanagement koordiniert. Wichtig sei, dass sich der Wolf nicht daran gewöhne, Nutztiere zu reißen. Wenn ein einzelnes Tier dennoch große Probleme mache, müsse man es im Notfall einfangen. Eine Gefahr für den Menschen wird jedoch nicht gesehen. «Der Mensch passt nicht ins Beuteschema des Wolfes und wird deshalb gemieden», versichert Annett Leipelt, Sprecherin des Naturschutzbundes Sachsen-Anhalt.
Keine Spur vom Wolf
09.06.2009 19:20 Uhr
Von Manuela Mayr, Augsburg
Dort, wo sie ungestört sind, kommen die Wölfe allmählich zurück. In der Oberlausitz im östlichen Sachsen, auf einem Truppenübungsplatz in Sachsen-Anhalt, in Mecklenburg, Niedersachsen und im Reinhardswald in Nordhessen haben sie sich wieder eingelebt. Nur in Bayern lässt sich seit Jahren kein wilder Wolf mehr blicken.
Der letzte, ein Einwanderer aus Italien, kam 2006 bei Starnberg ums Leben - überfahren von einem Auto. Der vorletzte starb 2004 bei Passau - erschossen von einem Jäger. Dasselbe Schicksal ereilte wie berichtet am vorigen Wochenende einen weiteren Artgenossen bei einer Jagd im Raum Tuchheim in Sachsen-Anhalt. Tierschützer sind entsetzt, die Polizei ermittelt.
„Es wird viel gewildert“, bedauert der Tierarzt Peter Blanché aus Großinzemoos (Kreis Dachau). Das sei wohl auch der Grund, dass in letzter Zeit keines der in ganz Europa streng geschützten Tiere mehr nach Bayern durchgekommen ist - etwa aus Polen oder der Slowakei, wo es jeweils Populationen mit einigen Hundert Tieren gebe. Jungwölfe auf Reviersuche hatten in der Vergangenheit den Weg in den Böhmerwald gefunden und von dort vereinzelt auch in den benachbarten Bayerischen Wald.
Nur im Nationalpark lebt ein Rudel im Gehege
Als Vorstand der „Gesellschaft zum Schutz der Wölfe“ ist Blanché stets auf dem Laufenden, wenn es um Wölfe geht. Ebenso Rainer Pöhlmann von der Verwaltung des Nationalparks Bayerischer Wald, der in einem Gehege immerhin einem Rudel von acht bis zehn Tieren eine Heimat gibt. Doch beide sagen übereinstimmend: Es gibt zurzeit keinerlei Hinweise auf ein Vorkommen wilder Wölfe in Bayern.
Vielleicht sei es ja besser für sie, wenn sie sich noch eine Weile zurückhalten mit der Einwanderung, meint Pöhlmann. Die „panische Angst und Unkenntnis“ der Bevölkerung ist ihm aus dem Jahr 2002 noch in unguter Erinnerung. Damals waren drei Jungwölfe aus dem Nationalpark ausgebüxt. Zwei, die sich nicht wieder einfangen ließen, mussten schließlich erschossen werden, um die Gemüter zu beruhigen.
Dabei sei in den letzten 30 Jahren in ganz Europa kein einziger Mensch durch die scheuen Tiere verletzt worden, sagt Blanché. Selbst wehrlose Schafe könnten mit Zäunen und speziellen Hunden, die mit der Herde leben, geschützt werden. Als Beute greife sich der Wolf die Tiere heraus, die kaum Aufwand machen, nämlich schwache, kranke und alte. Deshalb sei er auch für den Jäger kein ernsthafter Konkurrent.
In Gebieten wie der Lausitz setzten sich solche Erkenntnisse langsam durch. Obwohl dort seit Jahren Wölfe leben, hat kaum jemand je einen gesehen. „Das ist das Beste, was ihm passieren kann: Dass es normal ist, dass es ihn gibt“, sagt Blanché.
Jäger erschießt Wolf - Welpen bedroht
08.06.2009 13:00 Uhr
Tucheim/Magdeburg (AZ) - Einer der beiden dauerhaft in Sachsen-Anhalt lebenden Wölfe ist von einem Jäger erschossen worden. Es handelt sich wahrscheinlich um den Rüden, der seit Mitte 2008 zusammen mit einer Wölfin auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow lebte.
Jäger erschießt Wolf
DPA
Der Jäger müsse sich strafrechtlich verantworten, teilte das Agrarministerium in Magdeburg am Montag mit.. «Es gibt Grund zu der Vermutung, dass er wusste, worauf er schoss», sagte ein Ministeriumssprecher. Die rund 50 in Deutschland freilebenden Wölfe sind streng geschützt.
Wahrscheinlich sei, dass das Paar gerade Welpen aufziehe, sagte NABU-Wolfsexperte Markus Bathen. Die vier bis sechs Wochen alten Tiere seien noch mit der Mutter in der Höhle. Dass nun mit dem Rüden ein Ernährer wegfalle, sei «oberfatal». Dies gelte umso mehr, da es der erste Wurf des Paares sei und es deshalb noch keine älteren Geschwister im Rudel gebe, die bei der Aufzucht helfen könnten. «Das ist ein Familienunternehmen, so ein Rudel», sagte Bathen. Es bleibe abzuwarten, ob die Wölfin es auch allein schaffen kann, alle Welpen aufzupäppeln.
Anfang des Jahres war bereits eine Wölfin in Sachsen erschossen worden, im Dezember 2007 ein Tier in Niedersachsen. Es sei deshalb absolut abzulehnen, die Wölfe - wie von Jägern gefordert - ins Jagdrecht aufzunehmen, betonte Bathen. Die Beispiele zeigten, dass die Jägerschaft auch so schon nicht in der Lage sei, die seltenen Tiere zu schützen.
Zu der Jagd in Sachsen-Anhalt hatten sich am Samstagabend rund 50 Mitglieder einer Jagdgesellschaft getroffen. Eine vorsätzliche oder fahrlässige Tötung eines Tieres wird nach dem Bundesnaturschutzgesetz als Ordnungswidrigkeit geahndet, was eine Geldbuße von bis zu 50 000 Euro bedeuten kann. Bei vorsätzlicher Tötung eines streng geschützten Tieres kann eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren, bei Fahrlässigkeit von bis zu sechs Monaten verhängt werden.
Proplanta ® | 31.05.2009
| Umwelt: Tiere
Agrar-Landwirtschaft
NABU begrüßt Managementplan für Wölfe in Sachsen
Berlin - am 27. Mai wurde vom Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft der in den vorangegangenen Monaten erarbeitete „Managementplan Wolf“ der Öffentlichkeit vorgestellt.
NABU begrüßt Managementplan für Wölfe in SachsenDieser wichtige Schritt des Freistaats bei der Wahrnehmung der Verantwortung für den Schutz der Wölfe wird vom NABU Sachsen ausdrücklich begrüßt. „Unsere Zustimmung betrifft sowohl die demokratische Verfahrensweise bei der Entstehung des Managementplans als auch das Resultat“, so Bernd Heinitz, Vorsitzender des NABU Sachsen. „Denn der Inhalt des Planes wurde in einem offenen Forum mit breiter Öffentlichkeitsbe-teiligung diskutiert, d. h. etwa 50 Institutionen mit unterschiedlichen Interessen waren daran beteiligt, von Naturschutzvereinen - darunter der NABU - über Behörden, Bürgerinitiativen, wissenschaftliche Institutionen bis zu Schafzüchtern und Jagdverbänden.
Im Ergebnis ist ein Plan entstanden, der das weitere Vorgehen im Umgang mit den Wölfen sowohl im Interesse seines Schutzes wie auch - als Voraussetzung - eines konfliktfreien Zusammenlebens von Menschen und Wölfen umfassend regelt. Ein großer Teil der Verantwortung für die Umsetzung des Plans vor Ort wurde bei den unteren Naturschutzbehörden angesiedelt.“
Die vom Sächsischen Landesjagdverband im Laufe der Diskussion um den Plan vorgebrachte Forderung nach Übernahme des Wolfes in das Jagdrecht Sachsens bzw. Deutschlands lehnt der NABU kategorisch ab. Diese Forderung widerspricht sowohl dem sächsischen als auch dem bundesdeutschen, dem europäischen und dem internationalen Naturschutzrecht. Der Wolf ist das seltenste Säugetier in Deutschland und gilt als vom Aussterben bedroht. Es geht von ihm grundsätzlich keine Gefahr für den Menschen aus; Problemen, die durch die Anwesenheit der Wölfe entstehen, kann mit dem Managementplan begegnet werden.
Auch die Zahlen der Statistiken der Jagdreviere im Wolfsgebiet bieten keinen Anlass zur Sorge. Lediglich beim Rehwild spiegelt sich die Anwesenheit des Wolfes in den Strecken-Zahlen wieder, d. h. die spontane Rückkehr des Wolfes nach Sachsen hat in dessen Lebensraum zu einer Regulierung überhöhter Rehbestände, dadurch aber auch zu geringeren Waldschäden geführt. Es besteht aus wildbiologischer Sicht keinerlei Gefahr, dass der Wolf eine seiner in Sachsen natürlich vorkommenden Beutetierarten ausrotten wird!
Bernd Heinitz: „Aus all diesen Gründen gehen wir davon aus, dass eine Übernahme des Wolfes in das Jagdrecht ausgeschlossen ist. Außerdem würde diese Übernahme den gesamten Managementplan infrage stellen, auch deshalb, weil die Zuständigkeit der unteren Naturschutzbehörden hinfällig wäre, wenn der Wolf aus dem Naturschutzrecht ins Jagdrecht übernommen würde. Die gegenwärtige Situation mit fünf Rudeln in Sachsen ist ein bescheidener und dennoch verheißungsvoller Anfang für die Existenzsicherung des Wolfes in Deutschland. Mit dem vorliegenden Managementplan steht der Schutz des Wolfes auf sehr viel festerem Boden als bisher. Die Möglichkeiten der Mitwirkung, die der Plan uns als Naturschutzverein bietet, werden wir auf alle Fälle nutzen und können dabei auf langjährige Erfahrungen unserer in Sachen Wolf aktiven Mitglieder zurückgreifen.“ (NABU)
